Servus,

lange ist es her, dass ich meinen letzten Blog geschrieben habe …

noch länger ist es her, dass ich Marc, meinen Trainer, kennengelernt habe.

Ich habe mir dies und ein anderes Thema was mir schon länger am Herzen liegt, mal wieder als Anlass genommen, einen neuen Blog zu schrieben und diesen meinem Trainer „Marc Pschebizin“ zu widmen.

Aber fangen wir vorne an.

Das Jahr 2020 hatte sich wahrscheinlich keiner von uns so vorgestellt wie es letztendlich gelaufen ist. Gerade hatte ich mit meinen Projekten „Roth in Roth“, dann mit dem Projekt Langdistanz allgemein, also 3,86 km Schwimmen, 180 km Radfahren und dem abschließenden Marathon über 42,195 km Laufen und vor allem der erneuten Heim-DM in Schalkenmehren einiges vor. Jammern oder diesen Zielen nachzutrauern macht aber jetzt auch keinen Sinn mehr, denn es ist wie es ist und so war es eben für uns alle.

Bevor dieses ganze Szenario mit den Absagen, Einschränkungen und letztendlich auch Teil-Lockdowns losging, war ich echt super gut drauf und guten Mutes. Ich kam grade aus dem Trainingscamp aus Lanzarote nach Hause, welches ich u. a. mit Boris Sein und Patrick Lange unter der Sonne der Kanaren genießen konnte und war mir sicher, dass ich noch nie im Leben eine solch gute Form hatte. Genau eine Woche später konnte ich diese dann auch mit einem Sieg beim X-Duathlon in Trier bestätigen.

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Anfangs machten mir die Absagen, der DM in Schalkenmehren und die meiner ersten geplanten Langdistanz in Roth eigentlich gar nicht so viel aus. Ich habe mich dann eher drauf konzentriert, dass ich dieses Jahr irgendwo schon noch die addierten 226 km in Angriff nehmen darf. 🙂

Irgendwie kam es dann wie es kommen musste: nach und nach wurde alles abgesagt, meine Form wurde besser und besser und ich habe mich zum zweiten Mal in meiner „Karriere“ als Sportler verletzt.

Beim Laufen umgeknickt bin ich schon öfter, aber dieses Mal, Ende April, war es ein anderes umknicken als das was ich bisher kannte. Einen Tag später hatte ich dann auch schon die Diagnose: Außenbandriss im linken Sprunggelenk. Aus sechs Wochen, wurden acht, aus acht wurden zwölf und mittlerweile ist es wieder okay, aber es sind auch mehr als sechs Monate vergangen.

Lange Rede kurzer Sinn. Ich habe es vom ersten Moment an als schwierig angesehen. Einer, auf den ich in solchen und in vielen anderen Situationen immer vertrauen kann und der eigentlich immer die richtigen Antworten auf meine Fragen hat, ist Marc und das jetzt einfach schon seit ZEHN, 10 Jahren.

„Ach Jensi, lass das sportliche Geschehen jetzt das Seinige sein, geh in die Stadt und iss ein Eis, grill mal wieder ein Steak und trink mit deinen Freunden ein Bier. Du kannst sowieso nichts an der Situation ändern und es wird dieses Jahr kein Rennen geben. Sei froh, dass du dieses Jahr verletzt bist und alle nicht racen können. Alles halb so tragisch“

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Viele haben mir so versucht meine Situation etwas schmackhafter zu machen, aber der Coach der über die Jahre auch einer meiner engsten Freunde geworden ist, hat irgendwie nochmal den andern Ton.

Zehn Jahre, Coach, Vorbild, Mentor und Freund.

Unglaublich, dass der Klapps auf den Po, als mir Marc in meinem ersten Triathlon meinen sicher geglaubten dritten Platz, damals in Zell an der Mosel keine 300 m vor der Ziellinie noch weggenommen hat, schon zehn Jahre her sein soll.

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2011 habe ich an gleicher Stelle meinen ersten Sieg gefeiert und ich konnte auf einmal laufen, „der Schwimmer hat Laufen gelernt“. 

2012 Deutscher Meister der Amateure in Düsseldorf über die olympische Distanz.

2013 Amateur Weltmeister in den Niederlanden am Strand von Den Haag.

2014 ein Jahr zum vergessen. Saisonaus im ersten Rennen Mit Wirbelbruch zum Zuschauen verdammt. 

2015 Comeback und Vize-Europameister und das in meinem ersten Jahr als Profi.

2016 Abenteuer Adventure-Race in China, Kajak, Klettern, Abseilen, Schwimmen, Radfahren Laufen

2015 – 2019 6x Deutscher Meister ………

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Alles das was zwischen den Zeilen steht ist nochmal eine eigene Geschichte. Es ist einfach unglaublich, dass das alles jetzt schon über zehn Jahre geht.

Im Oktober 2010, als ich mich das erstmal mit Marc zusammengesetzt habe und er mir erklärt hat, wie er das mit mir angehen möchte habe ich mir nur gedacht, was ein krasses Konzept.

Von vielen anderen habe ich damals direkt gesagt bekommen, „du musst jetzt laufen, laufen, laufen …“. Marc meinte damals schon zu mir, „wenn wir dich jetzt 80 km die Woche laufen lassen, dann bist du spätestens 2011 verletzt und hast kein Bock mehr auf Triathlon. Wir laufen jetzt erstmal 30 km in der Woche und schauen dann ob in einem Jahr 40 km die Woche gehen und gut sind.“

Verletzt war ich bisher echt selten. Einmal umgefahren durch einen Massensturz und einmal umgeknickt beim Laufen, passiert.

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Anfangs haben wir uns Duelle auf Augenhöhe geliefert. Unvergessen der Sekundenkrimi bei strömenden Regen in Schalkenmehren. Mittlerweile ist der Athlet der einfach zehn Mal den Inferno Triathlon, eines der schwierigsten Triathlon Rennen weltweit, gewonnen hat und zwei Mal unter den besten 50. Athleten beim legendendären Ironman Hawaii gefinished hat, Trainer.

2014 als ich zum Zuschauen verdammt war hat er mir schon mal als Trainer, aber auch vor allem als Freund geholfen, alles nicht zu ernst zu sehen und mir mit einem super „Comeback“ Trainingsplan den Weg zurück bis heute ein Stück einfacher gestaltet. 

Jedes Jahr, war ich auf den Punkt war ich dann fit, wenn es drauf ankam. Auch wenn es im vorhinein Zweifel und schlechte Resultate gab, Marc war da und hat die E-Mails mit dem Durcheinander den ich geschrieben habe richtig gedeutet und mir die passende Antwort geschrieben.

2020 sollte „Roth in Roth“, 10 Jahre Trainer und Athlet werden. Hätte, wäre, wenn…

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Mittlerweile haben wir Ende November oder fast schon Anfang Dezember und passiert ist nichts. Rein vom Gefühl, fühlt es sich so an als hätte ich auch nichts verloren. Im Training und drumherum fühlt sich alles, bis auf das die Schwimmbäder geschlossen haben, relativ normal an und ich freue mich auf 2021 & das hoffentlich mit anderen und besseren Vorzeichen als in diesem Jahr.

Irgendwie finde ich es besonders, denke oft darüber nach und hab jetzt auch das erste Mal richtig aufs Papier gebracht. 

Über so einen langen Zeitraum mir mehr Aufs, als Ab und mit mehr positiven als negativen Erinnerungen, habe ich immer noch den nötigen Respekt vor der Person als Trainer, aber auch das dankbare und zuhörende Ohr als Freund. 

DANKE Legend. 

Mit sportlichen Grüßen

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