Gerade einmal zwei Wochen ist es her, da hab ich freudig und voller Elan meine Saison für das Jahr 2020 eröffnet.
Der X-Duathlon in Trier war nach der Absage des Ironman 70.3 in Dubai aus persönlichen Gründen mein Auftakt ins Rennjahr 2020.

Nach wie vor bin ich froh, dass ich meine Saison „Zuhause“ und  vor heimischer Kulisse im Trierer Weishauswald eröffnen durfte.
Zudem hatte das Rennen, trotz, dass es in diesem Jahr nicht so stark wie in den vergangenen Jahren besetzt war etwas besonderes.  Mein Teamkollege Andreas Theobald, das habe ich gespürt, wollte den zweiten Sieg beim X-Duathlon mindestens genau so sehr wie ich. Wie ich im Nachhinein aus der Presse erfahren habe, war das bis dahin nur dem Premierensieger aus dem Jahr 2008 Benjamin Rossmann gelungen, der vor guten 10 Jahren auch schon von meinem Trainer Marc Pschebizin trainiert wurde.

Der erste Lauf, die ersten fünf Kilometer, die hatten es in sich. Grundlegend war ich auch mit Schuld daran, dass wir die erste Runde von 2,5 km brutal angelaufen sind. Für die Zuschauer muss das aber echt cool gewesen sein, drei Jungs im Tri Post Trier Einteiler ganz vorne zu sehen. Neben Andreas hatten wir noch Timo Spitzhorn unseren jungen Athleten aus dem Westerwald mit im Schlepptau. Auf die ersten 2,5 km im Höllentempo folgten dann auf Iniative von Andreas, 2,5 km im schnellen Tempo. Ich erinnere mich noch gut an seine Worte:  „wenn wir schon so anrennen, dann müssen wir es jetzt auch durchziehen“.
Ich habe das Rennen jetzt schon ein paar Mal gemacht, aber nach einer so kurzen Laufzeit war ich noch nie beim meinem Mountainbike in der Wechselzone.


In den vergangen beiden Jahren gab es auf dem Rad immer ein Duell Mann gegen Mann. 2018 mit Andreas Böcherer und 2019 gegen Jonas Hoffmann, der dann am Ende auch verdient Deutscher Meister wurde.
Gedacht hätte ich es dieses Jahr nicht, aber Andreas hat mir das Leben auf dem Mountainbike wirklich nicht leicht gemacht. Die erste von vier Runden hat mir echt weh getan und Andy war tatsächlich in der Lage das Tempo, was bei diesen Bedingungen wirklich enorm hoch war, mitzugehen. Sogar von einem der besten Mountainbiker, dem Deutschen Meister Mathias Frohn aus Schleiden, gab es nach dem Rennen Respekt und Anerkennung dafür.
In Runde zwei gelang es mir am Anstieg dann doch eine kleine Lücke zu reißen und eine Vorentscheidung herbeizuführen. Die harten Einheiten, welche ich mir meinem Kumpel Boris Stein auf Lanzarote im Trainingslager trainiert habe, müssen sich ja irgendwie bemerkbar machen 

Am Ende der vierten Runde und dem Wechsel zum abschließenden Lauf war mir dann klar, dass ich hier und heute nach 2017 meinen zweiten Sieg beim Heimrennen im Weishauswald einfahren werde. Laufen wollte ich dennoch schnell und so gab ich weiter Gas und zog das Rennen auch aus Respekt vor Andy’s Leistung, der unseren Doppelsieg vor Mathias Frohn komplett machte, bis zum Ende voll durch.

Zu diesem Zeitpunkt, und das ist gerade mal 14 Tage her, hätte wohl kaum einer es für möglich gehalten, dass das unserer erstes und zugleich letztes Rennen im Frühjahr, wenn nicht sogar auch für die erste Saisonhälfte sein und eventuell auch bleiben wird.
Ich bin zwar traurig und würde auch so gerne dort draußen in der Welt, gegen meine Freunde, Gegner und Kontrahenten racen, aber das ist im Moment nicht das wichtigste. Viel wichtiger ist, dass wir uns jetzt auf die Einhaltung der Maßnahmen, die uns von oberester Stelle mitgeteilt wurden halten und wir mithelfen diese umzusetzen.

Ich habe mich lange mit meinem Trainer, Marc unterhalten, „wie gehen wir jetzt vor? Was sollen wir machen? Lohnt es sich noch hart weiter zu trainieren?“
Wir sind sicher nicht die einzigen die grade in einer solchen Situation sind und es ist auch alles super schwer zu begreifen, aber die Dinge sind so wie sie sind. Vorerst, zumindest noch für die kommende Woche bleiben wir unserem Plan treu und setzen den Plan so um, als wäre ich in dieser Woche in Spanien und würde am Wochenende bei der Challenge Salou starten, dem Rennen auf das ich mich auch nach meiner Absage zum Ironman 70.3 Dubai so gefreut habe.

Freunde, bleibt Gesund und seid nett zueinander
Jens

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