Nach meinen beiden erfolgreichen Auftritten bei den beiden XTERRA Rennen in Deutschland und anschließend in Luxembourg, bin ich natürlich voller Euphorie zum Tour-Finale 2019 nach Ameland gereist.

Schon auf der Fähre, die jeder Teilnehmer vom holländischen Festland zur Überfahrt nach Ameland nutzen musste, war die Stimmung locker und entspannt. Wir hatten die Fähre erwischt, die quasi jeder der Top-Jungs gewählt hatte und verabredeten uns für Donnerstagmittag für einen gemeinsamen Streckencheck inklusive Fotoshooting am Beach mit Carel du Plessis.

Wie für eigentlich alle, muss das Rennen auf Ameland vorher den Anschein erweckt haben, „wie soll man denn hier einen XTERRA austragen können und wo sind eigentlich die Berge und die Trails“


Gut, ich muss gestehen, wenn man die Rennen der Europa-Tour sonst so sieht, dann ist das auf jeden Fall richtig, aber es wäre eben nicht XTERRA wenn es immer das Gleiche wäre.

Die Location ist toll, die Leute auf der Insel sind super nett, der Organisator Casper hat jeden mit offenen Armen empfangen und dazu ist das Wetter für Mitte September wirklich super.

Zum Rennen: Schwimmen im Meer; sollte mir eigentlich noch mehr in die Karten spielen als bei den letzten Rennen. Mit dem Mountainbike über Sand und durch die Dünen, zudem viele Drückerpassagen und Laufen, das klappte in den letzten Wochen doch ganz passabel.

Also: Auf geht’s.

Quasi Windstill und ohne Wellen ging es am Samstag kurz vor 12 Uhr dann ins letzte Rennen der Europäischen XTERRA Saison und von Anfang an war ich meinem Rennplan einmal mehr treu: Das Schwimmen bestimmen und danach Abflug als Einzelkämpfer auf dem MTB. Eigentlich und insgeheim habe ich auf den niederländischen WTS (World-Triathlon-Series) Starter Jorik van Egdom gehofft, dass er mein Mitschwimmer wird und wir auf dem Rad gemeinsame Sache machen können, aber das kam ein wenig anders als geplant.

Die 36 Sekunden, die ich beim Schwimmen auf Jorik gut gemacht hatte waren nach sieben Kilometern auf dem Rad bereits Geschichte und ich musste mit ansehen, wie mir dieser kleine Holländer einfach, ja wie als würde ich auf dem Sand am Strand stehen, davonfuhr.

In den Wochen vor dem Rennen habe ich mir extra nochmal den Reifen besorgt, der mir vor 6 Jahren, 2013 den Amateur-Weltmeistertitel in Den Haag in einem vergleichbaren Rennen beschert hatte.

Nach knapp zehn Kilometern wurde ich dann schon von Francios Carloni in einem Waldstück in Richtung der Dünen aufgefahren. Francios teilte mir mit, dass Yeray, der Sieger vom Rennen in Luxembourg vor 2 Wochen durch einen technischen Defekt nicht mehr im Rennen sei.

Für uns beide war klar, quasi ohne miteinander zu quatschen, dass wir auf den nächsten zehn Kilometern am besten gemeinsame Sache machen, um van Egdom nochmal stellen zu können.

Auch in diesem Teil wurde mir mit zunehmenden Sandpassagen immer wieder klar, dass ich in meinem Reifen schlichtweg den falschen Druck gewählt hatte und so musste ich immer und immer wieder zu viel investieren, sodass mein Rennen bereits nach der Hälfte quasi vorbei war.

15 km vor dem Wechsel in die Laufschuhe hatte ich dann rund eine Minute Rückstand auf Francois, den ich ziehen lassen musste und nun kam die Zweite richtige, zudem mit acht Kilometern längste, Strandpassage.

Alleine an der Wasserkannte zwischen Nordsee und Strand von Ameland schlossen die beiden Belgier Geert Lauryseen und Kris Koddens zu mir auf.

Nachdem ich mich in deren Windschatten gehangen hatte, fühlte ich mich wie ein Wagon eines ICE’s. Binnen drei Kilometern sammelten wir das Führungsduo Carloni / van Egdom wieder ein und dann ging es zu fünft durch den tiefen Sand hin zurück zum finalen Waldstück in Richtung Wechselzone 2.

Diese erreichte ich dann auf Position vier.

Den vierten Platz konnte ich auf der ersten von zwei Laufrunden auch noch halten, musste mich am Ende jedoch dann mit Platz sechs im letzten Rennen der Europa-Tour 2019 zufriedengeben.

Kein Rennen ist wie das Andere und Ende ist es auch das was mich motiviert.

In der Europa-Tour, obwohl ich diese 2019 für mich gar nicht auf dem Schirm hatte belege ich am Ende, wie schon in der Saison 2017 den elften Platz.

Mit drei Podien bei XTERRA Malta, Germany und in Luxembourg ist sie aber aber auf jeden Fall meine erfolgreichste der letzten Jahre.

Jetzt freue ich mich erst einmal darauf die Beine ein wenig hochzulegen und die kommenden Wochen mal ohne einen geregelten Alltag angehen zu können.

Bis dahin …

Danke, euer Jens

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